09.04.08
Müller bezieht vor Mitarbeitern und Lieferanten Stellung zum Konflikt mit der Milcherzeugergemeinschaft Augsburg-West
(Aretsried, 9.4.2008) Vor rund 800 Zuhörern, davon 360 Landwirte, legten Theo Müller jun. und Alfred Mayr, Milcheinkäufer der Molkerei, Details aus den gescheiterten Verhandlungen mit der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Augsburg-West offen. Grund der Veranstaltung in der Fischacher Staudenlandhalle: Der gezielten Desinformation der Milcherzeugergemeinschaft (MEG) Augsburg-West im Konflikt über die Modalitäten der Zusammenarbeit entgegenwirken. Geladen waren alle Mitarbeiter und Milchlieferanten der Molkerei. Als Vertreter der Geschäftsleitung machte Theo Müller jun. nochmals unmissverständlich klar: „Seit Jahrzehnten pflegen wir ein ordentliches Geschäftsgebaren. Alle, die mit uns Geschäfte machen, schätzen das. Jeder weiß: Wenn man langfristig erfolgreich sein möchte, so wie wir es sind und bleiben wollen, kann man nicht zu Mitteln greifen, wie sie uns momentan vorgeworfen werden. Auf einen Geschäftserfolg, der auf Erpressung, Drohung, Ultimaten, Willkür und was sonst im Moment so kursiert, beruht, verzichten wir.“ Gleichzeitig appellierte Müller an den MEG-Vorstand, nicht weiter gegen die Interessen seiner Mitglieder zu handeln und sie für Einzelverträge mit der Molkerei freizugeben.
Die Art und Weise, wie die MEG-Funktionäre nun hektisch agierten – mit völlig indiskutablen öffentlichen Angriffen auf die Molkerei und extremen Druck auf die Landwirte – lasse vermuten, dass die MEG noch keinen sicheren Abnehmer für ihre Milch ab 16. April habe, so Müller: „Immerhin befindet sich die MEG seit 1. Januar 2008 in einem vertragslosen Zustand. Gäbe es eine bessere Alternative, hätte die Milch zu diesem Zeitpunkt den Abnehmer gewechselt. Das war nicht der Fall.“
Gerade vor diesem Hintergrund könne von mangelnder Fairness seitens der Molkerei keine Rede sein, so Theo Müller weiter. Im Gegenteil: Trotz der seit 1. Januar ungeklärten Verhältnisse habe die Molkerei der MEG im Januar und Februar einen um ca. 10 Ct/KG höheren Milchpreis (40 Ct/KG) bezahlt als sie vertraglich verpflichtet gewesen wäre.
Theo Müller jun. dazu: „Dies haben wir stets mit aller Deutlichkeit betont. Dieses Risiko wurde von Seiten des MEG-Vorstands schlicht ignoriert.“ Das Entgegenkommen der Molkerei, das einem Mehraufwand von insgesamt rund 800.000 € entspricht, wurde jedoch von der MEG nicht honoriert. Vielmehr verweigerte der Vorstand während der Vertragsverhandlungen hartnäckig einen Kompromiss und hielt an der nicht erfüllbaren Forderung einer generellen Preisdifferenzierung gegenüber den anderen Lieferanten der Molkerei fest.
Müller unterstrich erneut sein Interesse, die Vertragsbeziehungen mit den Milchlieferanten fortzuführen – die MEG komme allerdings als Vertragspartner nicht mehr in Frage. Das Angebot der Molkerei hätten mittlerweile auch schon zahlreiche Landwirte der MEG Augsburg West angenommen, so Alfred Mayr, Milcheinkäufer der Molkerei Alois Müller. „Der Preis, der Service und die Sicherheit, die wir bieten, sind überdurchschnittlich. Das wissen auch die Landwirte. Deshalb liegen uns derzeit bereits weit über 30 unterschriebene Einzelverträge vor. Wir gehen davon aus, dass noch viele Landwirte folgen werden.“ Nach vielen Einzelgesprächen mit Milchbauern liege der Schluss nahe, so Mayr, dass der MEG-Vorstand seine Mitglieder gezielt durch Desinformation aufgewiegelt und in die Irre geführt habe. Diese Erkenntnis setze sich langsam auch bei den Landwirten durch.
Zum Hintergrund: Ein Vertrag für nur sechs Monate mit allen finanziellen Vorzügen, wie sie sonst nur bei mehrjährigen Verträgen üblich sind, so lauteten die unerfüllbaren Forderungen der Funktionäre der Milcherzeugergemeinschaft Augsburg-West an die Molkerei Alois Müller GmbH & Co. KG. Stoisch hatte der Vorstand der MEG Augsburg West, in der rund 200 Milchviehhalter organisiert sind, alle Kompromissvorschläge der Molkerei ausgeschlagen. Vielmehr bestand der MEG-Vorstand vor der Aufnahme weiterer Gespräche auf einer prinzipiellen Besserstellung seiner Mitglieder mittels einer Preisdifferenzierung zu anderen Milchlieferanten – ohne vertragliche Gegenleistung und rückwirkend bis 2006.
Die Lösung sollte eine Demonstration der Landwirte am 31. März herbeiführen – mitten in der Verhandlungsphase. Nach der Demonstration hat die Molkerei die Gespräche mit dem Vorstand der MEG für beendet erklärt.

