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Boże Na­rod­ze­nie w Polsce - Weih­nach­ten in Polen

In unserem letzten internationalen Exkurs geben wir Einblicke in die Weihnachtstraditionen unserer polnischen Kolleginnen und Kollegen. Viele Bräuche unseres Nachbarlandes ähneln den unseren. Dennoch gibt es einige einzigartige Traditionen, die Du vielleicht noch nicht kanntest. 

Was genau es dabei mit Heu unter der Tischdecke, einem Sternenmann und leeren Sitzplätzen am Esstisch auf sich hat, erzählen wir Dir hier genauer. 

In Polen beginnt die Weihnachtszeit heute ähnlich wie bei uns: Schon Anfang Dezember wird das Zuhause festlich geschmückt, und der Christbaum wird gemeinsam aufgestellt. Früher war das anders – bis in die 1990er war es Tradition, den Baum erst am 24. Dezember zu schmücken. Während die Kinder liebevoll die Zweige schmückten, bereitete der Rest der Familie das festliche Abendessen vor.

Am 24. Dezember wird tagsüber traditionell gefastet. Bevor das festliche Abendessen beginnt, steht ein besonderer Brauch im Mittelpunkt: das Oblatenbrechen. Dabei werden Oblaten nacheinander mit jedem Familienmitglied geteilt, während man sich viel Segen für das kommende Jahr wünscht.

Erst wenn der erste Stern am Himmel zu sehen ist, beginnt auch das Abendessen - die Wigilia. Üblicherweise besteht das Essen aus zwölf verschiedenen Speisen, die an die 12 Apostel aus der Bibel erinnern sollen. 

Zu diesen zwölf traditionellen Weihnachtsspeisen gehören Barszcz (Rote- Bete-Suppe), Pierogi (gefüllte Teigtaschen) und Sauerkraut. Fleisch kommt an Weihnachten eher selten auf den Tisch, stattdessen wird Fisch wie Hering und Karpfen gegessen. Zum Nachtisch werden unter anderem Mohnkuchen und Lebkuchen serviert. 

In Polen ist das Weihnachtsessen selbst mit diversen Bräuchen verbunden. Unter der Tischdecke wird häufig Heu versteckt, um die Geburt Jesu in einem Stall zu symbolisieren und eine gute nächste Ernte zu erbitten. Auch Münzen findet man unter der Tischdecke oder den Tellern. Dieser Brauch soll die Familie im kommenden Jahr vor Armut schützen. Außerdem wird am Esstisch ein zusätzlicher Platz für verstorbene Verwandte oder unerwartete Gäste eingedeckt. Das soll die Vorfahren ehren und gleichzeitig die Bereitschaft symbolisieren, an Weihnachten auch Fremde in Not aufzunehmen.

Nach dem Abendessen ist es Zeit für die Bescherung. In Polen werden die Geschenke allerdings nicht vom Christkind oder dem Weihnachtsmann gebracht, sondern vom Gwiazdor, dem Sternenmann. Seine Ankunft wird oft von Gedichten und Weihnachtsliedern begleitet.


Viele Familien besuchen anschließend die Mitternachtsmesse, die Pasterka genannt wird. Für Kinder gibt es einen früheren Gottesdienst. 

Wie bei uns, sind der 25. und 26. Dezember gesetzliche Feiertage, die im Kreise der Liebsten verbracht werden.

Die Weihnachtszeit ist in Polen eine besonders besinnliche Zeit, die stark mit dem christlichen Glauben und den daraus entstandenen Bräuchen verbunden ist. 

Wir hoffen Dir hat unsere kleine Einführung in die Bräuche und Traditionen unserer internationalen Kolleginnen und Kollegen gefallen. Und vielleicht möchtest Du ja in diesem Jahr auch einen der Traditionen übernehmen.